Zwischen Umweltschutz und Rentabilität

Veröffentlicht am 25.02.2020 in Pressemitteilungen

Weinbau und Klimawandel

Was extremes Wetter mit Weintrauben machen kann, das zeigte die Pflanzenärztin und Professorin Annette Reineke eindrucksvoll in ihrem Vortrag, zu dem sie letzte Woche auf Einladung des SPD-Ortsvereins-nach Schriesheim gekommen war. So viel steht fest: Auch wenn der Weinanbau bis jetzt eher von den steigenden Temperaturen profitiert, die Anforderungen an die Winzer werden steigen.

Zahlreiche Gäste, viele vom Fach, waren gekommen, um den Vortrag und die anschließende Diskussion mit dem freien Winzer Georg Bielig und Harald Weiss von der Winzergenossenschaft zu verfolgen. Man wolle zur Versachlichung der Diskussion beitragen, so der Vorsitzende Axel Breinlinger. Oft würden Winzer einseitig als Gewinner des Klimawandels dargestellt. So titelte die ZEIT: „Um unsere Reben herum ist Wüste“, der Spiegel dagegen „Klimawandel bedroht die Hälfte der Weinbaugebiete“.

Prof. Reineke lehrt und forscht an der Hochschule Geisenheim im Rheingau, die Reben quasi vor der Tür. Wie sich das Klima verändert hat zeigte Prof. Reineke an Hand der seit 1985 dort gemessenen Klimadaten: die Durchschnittstemperaturen sind deutlich angestiegen, Dürreperioden und Starkregen wechseln ab, Extremereignisse wie Hagelschlag und Hochwasser nehmen zu.
Die Folgen: vertrocknete Trauben, die eher Rosinen ähneln, Trauben mit Sonnenbrand, Aufplatzen nach Starkregen und Befall mit Fäulniserregern. Gegenmaßnahmen zum Schutz seien arbeitsaufwändig und oft teuer. Auch Harald Weiss sah die Gefahr vor allem bei den Wassermengen: „mal zu viel, mal zu wenig“.

Dazu kommt, dass die Entwicklungsstadien immer früher einsetzen. Der Austrieb beginnt nicht mehr im Mai, sondern im April, damit steigt die Gefahr von Frostschäden. Gelesen wird nicht mehr „bei Nebel im Oktober“, sondern manchmal „bei Schwimmbadtemperaturen“ im August. Dabei verderben die Trauben leicht, und müssen viel schneller verarbeitet werden, wie Harald Weiss von der WG ergänzte. Durch die gestiegenen Temperaturen steigt der Zuckergehalt in den Trauben. Ein sortenuntypischer höherer Alkoholgehalt bei weniger Aroma ist die Folge. Eventuell müssen künftig andere Sorten angebaut werden: wo es für Müller-Thurgau zu warm wird, könnte Merlot wachsen.

Dass der Weinbau komplexer wird, immer öfter kurzfristig auf Wetterereignisse reagiert werden muss, konnte auch Winzer Georg Bielig bestätigen, der zudem die wenig durchdachte neue Düngeverordnung kritisierte. Georg Bielig und Harald Weiss Schriesheimer Wein als Geschenk zu überreichen, wäre kaum passend gewesen. Deswegen gab es für alle drei Vortragenden diesmal Pralinen, aber diese ebenfalls aus örtlicher Produktion.

Birgit Schall

 

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