Zuwanderung gestern und heute (Teil 2)

Veröffentlicht am 08.11.2016 in Politik

Wie in Teil 1 zu lesen war, untersucht der Autor Doug Sanders in seinem Buch „Mythos Überfremdung“ Parallelen zwischen aktuellen und historischen Einwanderungswellen und findet dabei wiederkehrende Muster im Ablauf und auch in den Gegenreaktionen.

Die aktuellen Ereignisse bestätigen dies nur zu deutlich. Am Rande der Feier zum Tag der deutschen Einheit in Dresden sagte z.B. ein Demonstrant in die Kamera, „in 20, 30, 40 Jahren wird Europa muslimisch sein“. Diese Überzeugung wird immer wieder geäußert, meistens ist der offensichtliche Kinderreichtum vieler Einwandererfamilien der Grund für die Befürchtung, Deutschland könne sich abschaffen. Die Kinderzahl wird für die kommenden Generationen einfach als gleichbleibend höher angenommen.

Nun stammen Immigranten aber häufig aus ländlichen Regionen, wo die Familien traditionell größer sind als im Durchschnitt ihres Herkunftslandes. Wie Saunders an Hand vieler Statistiken zeigt, sinkt die Geburtenrate mit der Verstädterung und gleicht sich bei den Neubürgern üblicherweise binnen zweier Generationen derjenigen in der einheimischen Bevölkerung an. Auch Deutschland wird sich also nicht abschaffen. Dies wäre übrigens auch gar nicht im Interesse der meisten Migranten, denn diese, selbst die Verzweifelten, suchen in der Regel nach der sichersten Lösung und einem wirtschaftlichen starken Land als Endstation ihrer Reise.

Nicht verschwiegen werden soll, dass die ersten Jahre der Zuwanderung schwierig sind. Vor allem die Gefahr der religiösen Radikalisierung vor allem bei der zweiten Generation der Einwanderer besteht. Diese gefährdeten Jugendlichen haben einen deutschen Pass, sprechen perfekt Deutsch, sind oft sogar überdurchschnittlich gut ausgebildet und kommen aus wenig religiös geprägten Elternhäusern. Der Islam, auch in seinen radikalen Formen, ist für sie eine Möglichkeit zur Identifikation und Orientierung, was übrigens auch bei Jugendlichen nicht-islamischer Herkunft der Fall sein kann. Dies sollte uns durchaus Sorgen machen. Hier müssen wir die Werte der demokratischen Gesellschaft viel offensiver vermitteln, Staatsbürgerkunde und überkonfessioneller Religionsunterricht könnten Instrumente dafür sein.

Die Vorbehalte gegen katholische Einwanderer in den USA gipfelten seinerzeit in der Befürchtung, diese würden sich um die Präsidentschaft bemühen, um dann eine katholische Republik einzuführen. Als 1961 mit John F. Kennedy erstmals ein Katholik zum Präsidenten gewählt wurde ohne dass ein katholischer Gottesstaat entstand, ging, wie Saunders schreibt „der ganzen Ideologie anscheinend die Luft aus.“ Man darf gespannt sein, ob sich das bei uns so ähnlich wiederholen wird.

Birgit Schall

 

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