Würdige Stolpersteinverlegung

Veröffentlicht am 31.10.2021 in Pressemitteilungen

Der erste neue Stein wurde am 28.10.21 in Altenbach Brunnenstr. 6 für den ehemaligen Mitbürger Adam Wilhelm Frank verlegt. Er fiel wegen seiner Epilepsieerkrankung dem Euthanasieprogramm im Dritten Reich zum Opfer.

Sein Lebensweg führte ihn lange Jahre in die Heilanstalt Wiesloch und endete dann in der Mordanstalt Sonnenstein bei Pirna in Sachsen. In einer würdigen Gedenkfeier erinnerte Bürgermeister Höfer an das Leid, das nicht nur den Opfern sondern auch der Familie zugemutet und daher eher verschwiegen wurde. Die beiden Pfarrer Ronny Baier und Kieren Jäschke wiesen auf den Respekt gegenüber allen Menschen als einzigartige Schöpfung Gottes hin, die trotz ihrer Behinderungen lebens- und liebenswert bleiben.  Die Nichte Renate Schmitt hatte im Rahmen einer Suchaktion die alten Unterlagen entdeckt und sie dem Historiker Prof. Dr. Joachim Maier 2018 zugetragen. Sie beschrieb sehr berührend und nachvollziehbar die notwendige Auseinandersetzung mit diesem Teil ihrer Familiengeschichte.

Die weiteren beiden Euthanasieopfer Georg Friedrich Schönleber sowie Ludwig Thurecht erhielten einen Stolperstein an der Strahlenbergerstr. 1 bzw. an der Hofstr. 2-4. Beide waren von der Heilanstalt Wiesloch nach Hadamar zur Ermordung gebracht. Zehn weitere Stolpersteine wurden in Schriesheim für jüdische Bürger und Bürgerinnen verlegt, die unfreiwillig verzogen, verfolgt und sich bis auf zwei von ihnen dem Regime in letzter Sekunde flüchtend entziehen konnten. Frieda Heidelberger und Rosa Sontheimer lebten eine Weile im Kreisaltenheim in Schriesheim. Die Stolpersteine sollen die Erinnerung an dieses Grauen wachhalten, um uns eine Kultur des Respekts, der Toleranz und der Empathie für das „Andersartige“ in unserer Mitte zu bewahren.

Daher wirkt es fast wie Verhöhnung, wenn der Vertreter des „Demokratie- und Kulturvereines“ die o.g. Erniedrigungen und Morde in einen Zusammenhang bringt mit Presseberichten über Querdenker, Mitteldeutsche und Anhänger der AFD. Das ist eine Beleidung all derer, die unter dem Nazi-Regime gelitten oder ihr Leben gelassen haben! „Querdenker“ und Anhänger rechtsnationalen Gedankenguts müssen heute weder Verhaftung noch Vertreibung, weder um ihren Besitz noch gar um ihr Leben fürchten. Sie müssen nur aushalten, dass die Gesellschaft mehrheitlich nicht ihrer Meinung ist – zu Recht! Wer heute in Schriesheim solche Ansichten vertritt, mag sich damit alleine fühlen, das macht ihn aber nicht zum Verfolgten. Wer sich so äußert, hat aus der deutschen Geschichte nichts gelernt.

Clara Scheepers-Assmus und Birgit Schall

 

Termine aktuell

Alle Termine öffnen.

12.12.2021, 18:00 Uhr
Abgesagt: Winterliche Mitgliederversammlung
Wegen der aktuellen Pandemielage kann die Mitgliederversammlung nicht in Präsenz stattfinden, Ein virtueller Ersa …

14.01.2022
75 Jahre Wiedergründung der SPD Schriesheim
Das festliche Gedenken an diesen Anlass musste Coronabedingt mehrfach verschoben werden. Der voraussichtliche Term …

Alle Termine

Für Schriesheim im Landtag

Sebastian Cuny im Landtag
Sebastian Cuny

Mitmachen