Volles Haus bei der Aufarbeitung des Wahldebakels

Veröffentlicht am 20.04.2016 in Landespolitik

„Reden wir über…“: Wahlanalyse mit Dr. Felix Hörisch

Proppenvoll war es im Vereinsraum der Minigolfer, als der SPD-Ortsverein mit dem Politologen Dr. Felix Hörisch das Ergebnis der Landtagswahl diskutierte.

Zwar konnte er als ehemaliges Schriesheimer Vorstandsmitglied zum Erhalt des Landtagsmandats gratulieren, dies war aber auch der einzige Trost angesichts der herben Wahlniederlage. Drei strukturelle Ursachen machte Dr. Hörisch dafür aus, warum die SPD trotz guter Regierungspolitik und trotz guter Bewertung durch die Wähler Stimmen verliert.

  1. Die SPD erreicht in Baden-Württemberg die Arbeiter nicht.

Anders als z.B. im Nachbarland Rheinland-Pfalz wählen Arbeiter bei uns nicht mit höherer Wahrscheinlichkeit SPD.

     2. Das Manko des Juniorpartners

Während die guten Wirtschaftsdaten vor allem dem Regierungschef zugeschrieben werden, wird der kleinere Koalitionspartner häufig in der folgenden Wahl abgestraft. Dieser Effekt bringt oft einen Verlust von 4 bis 5 Prozentpunkten mit sich. Ein Spitzenkandidat, der gleichzeitig in die Kabinettsdisziplin eingebunden ist, kann schwer Profil und Aufmerksamkeit auf Kosten des Koalitionspartners gewinnen, besser wäre also ein Kandidat, der nicht der Regierung angehört.

  1. Asymmetrische Betroffenheit von der sinkenden Wahlbeteiligung

Wie Dr. Hörisch zeigte, betrifft die sinkende Wahlbeteiligung in erster Linie die unteren Einkommensgruppen. Das obere Einkommensdrittel geht nach wie vor zu über 90% an die Urnen, wählt aber kaum die SPD. Dieser Effekt ist dramatisch, und er lässt sich auch auf der Ebene von Wohngebieten zeigen. Bezirke mit geringerer Wahlbeteiligung sind deswegen oft in politischen Gremien unterrepräsentiert. Sie werden dann bei z.B. Baumaßnahmen weniger berücksichtig, wodurch die Unzufriedenheit weiter steigt und die Wahlbeteiligung sinkt.

Übertragen auf Schriesheim sei der Branich ein Beispiel für hohe Beteiligung und schlechte SPD-Ergebnisse, das Gegenteil war westlich der B3 der Fall, z.B. in der Schanz oder der Ladenburger Straße. Ausnahme war der Wahlbezirk 001-02, wo sowohl die Beteiligung als auch der SPD-Stimmenanteil überdurchschnittlich waren. Die Ursache war schnell gefunden, hatte der Kandidat doch genau dort Hausbesuche gemacht.

In der anschließenden Diskussion wurde mehrfach festgestellt, dass sich Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen nicht mehr von der SPD vertreten fühlen, zu oft sei Politik gegen die eigene Klientel gemacht worden. Altstadträtin Helga Köhler brachte die Aufgabe der Partei auf den Punkt: Es sei nicht das Problem der SPD, zu fragen „Wie erreichen wir die Leute?“, sondern „Was tun wir für die Leute?“.

Birgit Schall

 

Termine aktuell

Alle Termine öffnen.

29.03.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
KandidatInnen AnsprechBar
Kinder sind willkommen; eine Spieleecke wird eingerichtet.

01.04.2019, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Stammtisch der SPD Schriesheim
Wir treffen uns zur Diskussion aktueller politischer Themen in zwangloser Runde. Gäste sind herzlich willkommen.

05.04.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
KandidatInnen AnsprechBar
Kinder sind willkommen; eine Spieleecke wird eingerichtet.

06.04.2019, 18:00 Uhr
Öffentliche Vorstellung der Kandidaten für den Ortschaftsrat Altenbach
Die Moderation des Abends übernimmt Prof. Jochen Hörisch.

07.04.2019, 15:00 Uhr - 18:00 Uhr
Öffentliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat
Der Nachmittag wird moderiert von unserem Bundestagsabgeordneten Lothar Binding. Für die jazzige Umrahmung sorgen …

Alle Termine

Für Schriesheim im Bundestag


Lothar Binding

Für Schriesheim im Landtag


Gerhard Kleinböck

Mitglied werden



Links

 

Jusos-Schriesheim

 

 

SPD-Rhein-Neckar

 

 

websozis