„Reden wir über...“ Europa: Europa weiterentwickeln.

Veröffentlicht am 15.06.2015 in Europa


Willy Brandt beschrieb die europäische Einigung vermutlich in den 70er Jahren (genaues Datum nicht bekannt) mit folgenden Worten: „Die schmucken Häuser um den Marktplatz, die sich in der EG zusammengeschlossen haben, harmonieren schon ganz gut miteinander. Die ärmeren Häuser im Osten Europas müssen renoviert werden. Auch die Straße zur Sowjetunion muss verbreitert und ausgebaut werden.“ Schon damals beschrieb der Sozialdemokrat die großen europäischen Herausforderungen, denen sich die EU derzeit gegenüber sieht.

Zum Auftakt unserer neuen Veranstaltungsreihe „Reden wir über...“ waren sich alle Beteiligten jedoch einig, dass alle Anstrengungen lohnen, Europa zu stärken und die europäische Einheit zu vertiefen. Seit 70 Jahren steht dieses Europa für Frieden, Freiheit und wachsenden Wohlstand. Die derzeitigen Probleme (Schulden- und Eurokrise, Ukraine, Flüchtlingspolitik) dürfen das Erfolgsprojekt Europa nicht gefährden. Sie müssen vielmehr zu einer Reform der EU führen. Von der Wirtschaftsgemeinschaft hin zum „Europa der Bürger“.

Im Gespräch mit unserem Vorsitzenden Sebastian Cuny hielt die Weinheimer Stadt- und Kreisrätin Stella Kirgiane-Efremidis ein flammendes Plädoyer auf die europäische Einheit: „Europa muss mit „einer Stimme“ sprechen die Menschen mitnehmen, den sozialen Zusammenhalt und die Grundwerte unserer Demokratie mehr in den Focus rücken, damit wir Europäerinnen und Europäer die Wichtigkeit unserer EU sehen und sie unterstützen.“

Dies forderten auch die Gäste. Bei aller Kritik an der Institution „EU“, die Forderung nach einer stärkeren europäischen Integration überwog. Die EU müsse endlich stärker ein „Sozialraum“, „politische Einheit“ und „weniger Wirtschaft“ sein. 

In Bezug auf Griechenland gestand Stella Krigiane-Efremidis, dass tatsächlich zwei Herzen in ihrer Brust schlagen. „Ich weiß, welch‘ enorme Anstrengungen und Einschnitte das griechische Volk die vergangenen Jahre bewältig hat. Zugleich stellt das harsche Auftreten der aktuellen Regierung die Solidarität Europas auf die Probe. Aber auch so manche Äußerung in Brüssel und Berlin erschwert den sachlichen Dialog. Ich weiß oftmals nicht, wem ich zuerst die Leviten lesen soll“, brachte die Deutsch-Griechin ihren Ärger zum Ausdruck.

Beim zweiten derzeit äußerst brisanten, europäischen Thema verwies Sebastian Cuny auf eine Veranstaltung der SPD Hirschberg. „Das Schicksal der Flüchtlinge, die in Europa Zuflucht suchen, verdient eine intensive Diskussion, die wir heute Abend nicht nebenbei abhaken wollen“, lud er zur Podiumsdiskussion „Mein Europa steht für Leben. Einsatz Mittelmeer - Europäische Flüchtlingspolitik auf dem Prüfstand“ u.a. mit Pfarrer Albrecht Lohrbächer, Dr. Lars Castellucci MdB und einem Grußwort von Gerhard Kleinböck MdL am Montag, 22. Juni um 19.30 Uhr im Rathaus Hirschberg ein.

 

Besichtigung der Wertstoffsortieranlage

Ziel des deutschen Abfallgesetzes ist die Abfallvermeidung. Dennoch verursachen wir Deutschen jährlich rund 600kg Müll pro Person. Rund 135kg davon landen im Rhein-Neckar-Kreis in der Grünen Tonnen. Dieser Abfall wird der Wertstoffverwertung zugeführt (zweites Ziel). Zuvor müssen die eingesammelten Müllmassen jedoch sortiert werden. Dies erfolgt in Sinsheim. Dort betreibt die kreiseigene AVR eine der größten Wertstoffsortieranlage Deutschlands.

Diese wurde 1986 in Betrieb genommen. Dort werden die Altstoffe der Grünen Tonne aus Haushalten und Gewerbe angeliefert: Altpapier, Metalle, Aluminium, Kunststoffe, Verbundverpackungen und Getränke-Verbundkartons.

„Dieses Altstoffgemisch wird in Sinsheim  maschinell in verschiedene „Stoffströme“ getrennt und anschließend sortiert. Unterstützt wird dieser Sortiervorgang durch neueste Maschinen- und Anlagentechnik. Dennoch kann auf eine manuelle Nachsortierung der Altstoffe nicht verzichtet werden. Das Ergebnis der Sortierung sind sortenreine Sekundärrohstoffe. Sie werden zu Ballen verpresst und per LKW zu den weiterverarbeitenden Verwerterbetrieben transportiert“, beschreibt die AVR in ihrer Infobroschüre die Vorgänge in der Sinsheimer Anlage.

Am Freitag, 24. Juli bietet sich die Gelegenheit, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Auf Initiative unseres Altstadtrats Frieder Menges lädt die SPD Schriesheim zur Besichtigung der Wertstoffsortieranlage in Sinsheim ein. Abfahrt in Schriesheim ist um 12.30 Uhr. Anmeldung und weitere Informationen bei Frieder Menges (Tel.: 61532).

 

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