Erfurt für Insider

Veröffentlicht am 29.06.2018 in Ortsverein

Die diesjährige traditionelle SPD-Reise ging auf vielfachen Wunsch in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Ein überaus lohnendes Ziel!


Erstes Ziel war der "Gedenkort Topf&Söhne" im ehemaligen Verwaltungsgebäude dieses untergegangenen Technologie-Unternehmens der Metallverarbeitung, in den zwanziger Jahren ein "Hidden Champion" des Anlagenbaus für Mälzereien, Silo-Anlagen usw. Ohne wirtschaftliche Bedeutung für den Betrieb wurden dort auch Krematoriumsöfen gefertigt. Als die SS sich 1939 auf Massentötungen einrichtete, fragte sie bei vier verschiedenen Unternehmen technisches Know-How an. Während zwei andere Unternehmen diesen Auftrag ablehnten, sagte Topf&Söhne zu. Mit technokratischer Kälte wurden dann bis 1944 immer perfektere Krematoriumsanlagen konstruiert, geliefert und in Gang gesetzt bis hin zu Patentanmeldungen für offene Massenverbrennungsanlagen. Es ist ein großer Verdienst der Stadt Erfurt, aber auch einzelner Nachfahren der Familie Topf, an diese Beteiligung der "Zivilgesellschaft" am Vernichtungswahn der Nazis zu erinnern.

Der Freitag bot dann Einblicke hinter die Kulisse des großartigen spätmittelalterlichen Stadtbildes. Am Vormittag führte die Kuratorin des Projektes "Jüdisches Leben in Erfurt", mit dem sich die Stadt als Weltkulturerbe bewirbt, durch ein bemerkenswert erhaltenes oder wiederentdecktes Ensemble jüdischer Zeugnisse des 14. Jahrhunderts. Die älteste Synagoge Europas, der sensationelle "Hochzeitsschatz", die Mikwe und die im Aufbau befindliche Sammlung jüdischer Grabsteine belegten ebenso die herausragende Bedeutung Erfurts als zentraler Handelsplatz an der "via regia", wie die nachmittägliche Führung durch das "Lateinische Viertel" der Universität Erfurt als geistiges Zentrum auswies. Die Besichtigung eines Färberhofes (das "Erfurter Blau" wurde aus der Waidpflanze gewonnen) zeigte eine weitere wirtschaftliche Grundlage für die damalige Blüte.

Der Samstag bot die Gelegenheit, durch Diskussionen mit dem (größten) SPD-Ortsverein Erfurt Süd und der SPD-Stadtratsfraktion von den Aufgaben zu erfahren, die sich dem heutigen Erfurt stellen. Wirtschaftlich blüht Erfurt auf, touristisch wie logistisch, wobei die zentrale Lage in Deutschland und Europa wie im Mittelalter beiden Bereichen zugutekommt. Nicht zuletzt wird dadurch auch in Erfurt bezahlbarer Wohnraum knapper. Noch kann "aufs Land" ausgewichen werden, aber eine Metropol-Region mit Gotha, Weimar, Arnstadt etc. zeichnet sich ab. So meinten denn auch unsere Gesprächspartner, sie könnten bei uns in der Rhein-Neckar-Region Erfahrungen sammeln. Wir freuen uns auf ihren Besuch in Schriesheim!

Axel Breinlinger für die SPD Schriesheim

 

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