Wutbürger

Veröffentlicht am 28.09.2016 in Politik

In letzter Zeit scheinen zunehmend sogenannte „Wutbürger“ das politische Geschehen zu bestimmen. Im Internet wird anonym gedroht und gepöbelt, Politikerinnen und Politiker werden öffentlich auf persönliche und ehrverletzende Weise beschimpft. Bei Wahlen gilt es, den „Etablierten“ endlich einen „Denkzettel“ zu verpassen, und Persönlichkeiten wie Trump oder Le Pen könnten möglicherweise von einer Welle der Wut in hohe Ämter getragen werden. Tabus und Respekt im Umgang haben scheinbar ausgedient.

Der Journalist Dirk Kurbjuweit hat den Begriff „Wutbürger“ 2010 geprägt und meinte damit Menschen, die meist wohlhabend und konservativ seien, früher „staatstragend“, jetzt aber „zutiefst empört über die Politiker“. Woher kommt diese Wut und warum bricht sie sich auf solche Weise Bahn?

Grund zur Empörung gibt es sicher, schon alleine die schreienden Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Einkommen, der Vermögen und – am schlimmsten – der Chancen. Viele treibt die Angst vor sozialem Abstieg um. Mit Blick auf die USA, wo oft ein Job nicht mehr zum Leben reicht, kann man bereits ahnen was es bedeutet, wenn die Mittelschicht verschwindet. 

Zu sehen, wie Hallen und Schulen herunterkommen und Bahnhöfe vergammeln, weil das Geld für die Sanierung fehlt, auch das ist frustrierend. Gehören diese Dinge doch uns allen und wurden einmal von unseren Steuergeldern gebaut. Tagtäglich müssen wir mit ansehen, dass das Geld für notwendige Maßnahmen vorne und hinten nicht reicht, ein Missstand, der nichts mit den Flüchtlingen und sehr viel mit der „Schwarzen Null“ zu tun hat. Der Zorn darüber, wie wir unser Land langsam aber sicher kaputtsparen, wider alle Vernunft, ist verständlich.

Glücklicherweise leben wir in einem demokratischen Staat und haben Wege, uns zu beschweren, z.B. bei einem Abgeordneten. Wer das nicht anonym tut, wird in der Regel auch eine Antwort bekommen. Wir können auch Leserbriefe schreiben, demonstrieren, Regierungen abwählen und sogar selbst in eine Partei eintreten und versuchen, die Dinge zum Besseren zu verändern.

In der Politik geht es immer darum, widerstreitende Interessen abzuwägen und zu einer Entscheidung oder einem Kompromiss im Sinne der Mehrheit zu kommen. Das Ergebnis gefällt dann selten allen, aber das rechtfertigt weder persönlichen Beleidigungen noch Gesetzesverstöße. Politik, die allen alles verspricht, kann nur funktionieren, so lange sie nicht in die Verantwortung genommen wird. Dagegen sein ist immer leicht, besser machen ist gefragt.

Für die SPD Schriesheim, Birgit Schall

 

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